Examensvorbereitung II

25 Jun

Im letzten Artikel habe ich es schon angesprochen, jetzt mache ich auch ernst mit dem Blogpost zum Examen ohne Rep.

Nachdem die ARD verhindert, dass ich mich durch den Genuss eines schlechten Tatorts selbst schädigen könnte, muss ich mich irgendwie beschäftigen. Ich könnte aufräumen, aber nö. Also blogge ich mal zum Examen ohne Rep. Für diejenigen, die sich das nicht vorstellen können: das geht wirklich (Examen ohne Rep, nicht nur das Bloggen darüber). Ehrlich. Und man muss dafür kein juristisches Genie sein (ok, das hilft, aber das tut es eigentlich immer).

Disclaimer: Es geht bestimmt auch anders, man kann sich auch allein auf das Examen vorbereiten, man muss die AG nicht so durchführen, wie ich es beschreibe, aber die beschriebene Methode hat sich als in meinen Augen sinnvoll erwiesen.  Wer es genauer wissen will: es gab mal ein Buch dazu, ich wurde von den Autoren inspiriert.

Was braucht man dafür?

  • 3-5 willige zukünftige Prüfungsopfer (wzPO) = die AG
  • einen ruhigen Treffpunkt
  • größere Mengen Tee, Kaffee, andere Getränke, Naschkram
  • eine Prüfungsordnung, möglichst aktuell
  • Zeit

Was macht man damit?

Die 3-5 wzPO sollten einen gemeinsamen Examenstermin anstreben. Das ist nicht zwangsläufig, hilft aber ungemein. Sie treffen sich mindestens ein, wahrscheinlich eher dreimal und arbeiten zunächst einen AG-Plan aus. Das geschieht praktischerweise, in dem man sich aus der Prüfungsordnung abschreibt, was eigentlich Prüfungsstoff ist, also was man lernen muss und was alles nicht. Da fällt schon einmal eine ganze Menge Stoff weg. Dann schaut sich die AG an, wie viel Zeit sie überhaupt bis zum schlimmen Endgegner hat. Idealerweise sollte das zwischen einem und eineinhalb Jahren sein, im zweiten Examen reicht auch weniger Zeit. Dann legt man fest, wie oft man sich trifft, das wird wohl 2-3 mal in der Woche sein. Häufiger geht es nicht, weil man ja auch noch alleine lernen muss, seltener führt dazu, dass man kaum fertig wird.

Im Endeffekt kommt man auf eine Zahl von 100-150 AG-Sitzungen, ein wenig Urlaub muss ja auch sein. Auf diese Sitzungen teilt man erst mal grob die Fachgebiete auf, das Verhältnis wird ungefähr bei 50% Zivilrecht, 25% Verwaltungsrecht und 25% Strafrecht liegen. Fehlt da noch was? JA. Der Schwerpunkt bzw. das Wahlfach. Da wird es in der Regel schwierig, eine AG zu finden, die sowohl Examen ohne Rep macht als auch den „richtigen“ Schwerpunkt. Dafür braucht es dann andere Lösungen, aber das führt hier zu weit. Den Schwerpunkt muss man aber in jedem Fall bei der Zeitplanung berücksichtigen. Wenn man soweit ist, hat man sich erst mal die erste Flasche Wein verdient und kann den Abend ruhig ausklingen lassen. Andere Getränke sind auch erlaubt.

In der Zwischenzeit bis zur nächsten Sitzung wartet dann Arbeit. Richtige, echte Arbeit. Dann muss nämlich, und da sollte jeder an einem Vorschlag arbeiten, der Examensstoff der drei Fachgebiete auf die verfügbaren Termine aufgeteilt werden. Wie kommt man auf die richtige Aufteilung? Das ist verhältnismäßig trivial: man schaue sich die einschlägigen Lehrbücher an, 2-3 nebeneinander und lese aus dem Inhaltsverzeichnis das Verhältnis der Seitenzahlen zueinander. Das überträgt man auf die verfügbaren Termine und fertig ist der Vorschlag. Der kann beim nächsten Treffen diskutiert werden. Allzu groß werden die Unterschiede nicht sein, ein wenig Wein kann die Diskussionen entspannen, und man sollte sich immer vor Augen führen, dass der erste AG-Plan nicht der letzte sein wird. Gelassenheit tut gut, und ihr werdet die Diskussion über die Aufteilung noch ein paar mal führen. Und das ist gut so, denn so beschäftigt IHR euch mit der Relevanz der Themen selbst und kriegt das nicht vorgekaut. Diese Sitzung kann auch gerne an zwei Terminen statt finden.

Und jetzt ist der Plan fertig. Was dann?

Jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Jetzt geht es ans Lernen und Üben.

Wie geht Lernen? Ok, ein wenig solltet Ihr das ja auch schon können, aber grundsätzlich durch Aufnehmen, Wiederholen, Anwenden und Wiedergeben von Informationen. Zum Anwenden und Wiedergeben ist u.a. die AG da, Aufnehmen und Wiederholen müsst Ihr das selbst. Wie Ihr das macht, ist relativ egal, hauptsache Ihr tut es überhaupt. Ihr werdet schon von selbst merken, ob das UniRep, Alpmann-Kassetten (gibt’s die überhaupt noch?), Skripten oder Lehrbücher für Euch die besten Lehrmittel sind. Was Ihr benutzt ist egal. Hauptsache Ihr seid beim nächsten AG-Termin vorbereitet. Gut vorbereitet. Sonst wird es nämlich peinlich und irgendwann fliegt Ihr aus Eurer AG raus, weil Ihr die anderen aufhaltet.Es hat sich wohl als nicht so sinnvoll erwiesen, gemeinsam in der AG zu lernen, das dürfte eher Zeitverschwendung sein.

Wie läuft so ein AG-Termin ab?

Idealerweise sollte im Plan für jeden Termin ein Verantwortlicher stehen, der Fälle und Lösungen zu den Themen des Termins raussucht, vervielfältigt und seine Wohnung zum Treffen bereitstellt. Man kann sich auch woanders treffen, aber erfahrungsgemäß ist es in Cafés zu laut und unruhig und in der Uni zu ungemütlich. Es sei denn, es gibt Gruppenarbeitsräume in der Bib. Und dann werden die thematisch passenden Fälle gelöst. Gemeinsam. Mit der Zeit werden die Fälle schwieriger und Ihr kommt immer besser in Schwung. Also gibt es keinen Anlass zur Sorge, wenn die Fälle am Anfang noch kein Examensniveau haben. Das kommt noch.  Und immer wieder werdet und solltet Ihr über die Feineinteilung des Plans für die nächsten Sitzungen sprechen.

Was sollter Ihr sonst noch tun?

  • Urlaub machen. Ungefähr alle 3 Monate mindestens eine Woche.
  • Freizeit unter der Woche. Mindestens einen Tag pro Woche.
  • Examensklausurenkurs besuchen. Einen, es ist egal, ob an der Uni oder beim Rep.
  • Mindestens eine Übungsklausur pro Woche schreiben.

Was solltet Ihr nicht tun?

  • Stress machen. Stress habt Ihr genung.
  • Zum Rep gehen neben der AG. Beides frisst viel Zeit und am Ende bleibt keine mehr zum Lernen und Klausuren schreiben. Das ist aber das Wichtigste an der Examensvorbereitung.
  • Keine Klausuren schreiben.
  • Blind auf mich oder jemand anderen hören, sondern selbst nachdenken.

Wo gibt’s Material?

  • Im Internet, massenweise. Mittlerweile hat wohl jede Uni ein Unirepetitorium und Materialien dafür. Wenn Eure Uni nicht dabei ist, macht das nichts, es gibt genug Material.
  • In Zeitschriften.
  • In Büchern und Skripten.
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